03. Oktober 2016
ABT startet in Hongkong in neue Formel-E-Saison
Neue Teams, neue Fahrer, neue Hersteller, neue Strecken, neue Entwicklungen: Die Formel E startet mit Hochspannung in ihre dritte Saison. Schon der Auftakt ist eine Premiere: Erstmals trägt die Elektro-Rennserie am 9. Oktober ein Rennen auf den Straßen der asiatischen Metropole Hongkong aus. Für das Team ABT Schaeffler Audi Sport und seine internationale Konkurrenz ist es der Auftakt zu einer Tournee, die von Asien über Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie Europa schließlich nach Nordamerika führt. Finale: Ende Juli in Montreal.

Die einzige deutsche Mannschaft startet erneut mit Daniel Abt (23) und Lucas di Grassi (32) in den Cockpits der ABT Schaeffler FE02, wie das Elektroauto heißt. Zusammen hat das deutsch-brasilianische Duo in der Vorsaison Platz zwei in der Teamwertung gewonnen, di Grassi verpasste den Fahrertitel im letzten Rennen lediglich um zwei Zähler. Entsprechend groß ist die Vorfreude. „Nach einer Bronze- und einer Silbermedaille fehlt jetzt nur noch Gold in unserer Sammlung“, sagt Lucas di Grassi schmunzelnd. Der Südamerikaner weiß nur zu genau um die Stärke der Konkurrenz: „Wir sind hoch motiviert und wollen wieder eine Hauptrolle spielen – ganz klar. Aber Teams und Fahrer werden noch enger zusammenliegen. Wir werden die abwechslungsreichste und vielleicht spannendste Formel-E-Saison erleben.“

Teamkollege Daniel Abt möchte den Schwung der vergangenen Monate mit in die neue Saison nehmen: In der zweiten Saisonhälfte gehörte der Youngster mit drei Podiumsplätzen zu den stärksten Fahrern. „Ich habe mich immer besser eingelebt in der Formel E, außerdem hatten wir zuletzt sehr gute Testfahrten“, sagt Abt. „Wir wissen zwar erst in Hongkong, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz wirklich stehen. Aber wir wissen schon jetzt, dass wir ein gutes und zuverlässiges Auto und ein starkes Team haben – das stimmt mich optimistisch für den Auftakt.“

Hans-Jürgen Abt bestätigt den Eindruck. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und uns bestmöglich vorbereitet“, sagt der Teamchef, der mit seiner DTM-Mannschaft nur eine Woche nach dem Formel-E-Auftakt in Hockenheim um den Titel kämpft. „Jetzt sind die Autos bereits in Hongkong, und unsere Ingenieure, Mechaniker und Fahrer sind heiß auf das erste Rennen. Schön, dass es endlich wieder losgeht.“

Renntag ist beim Auftakt ausnahmsweise am Sonntag und nicht wie üblich an einem Samstag. Start ist um 16 Uhr Ortszeit (10 Uhr deutscher Zeit). Wie immer trägt die Formel E freies Training, Qualifying und Rennen innerhalb weniger Stunden aus – jede Menge Action ohne Pause für die Zuschauer, ein nervenaufreibender Tag für Fahrer und Teams. Das Rennen selbst dauert rund 50 Minuten, zur Halbzeit kommen die Fahrer zu einem Stopp inklusive Autowechsel an die Box.

Nach dem Gastspiel in Hongkong feiert die Formel E am 12. November ihre Premiere in Marrakesch (Marokko). Die Winterpause bis zum nächsten Lauf in Buenos Aires am 18. Februar wird verkürzt durch ein virtuelles Rennen in Las Vegas, bei dem die Piloten am 7. Januar im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) gegeneinander und gegen Fans antreten. Dort geht es allerdings nicht um Punkte, sondern um Preisgeld: eine Million Dollar.